LIFE IS TOO SHORT TO BE SPENT ON EATING...

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Ich sezte an der Stelle an, wo ich auf die Oberschule kam und mich gerade mit Katha befreundet habe. Wir hatten oft frei, da recht viele Stunden ausfielen und wir diese Zeit auf dem Schulhof verbrachten. Mit unseren damaligen 13 Jahren war unsere Lieblingsbeschäftigung, Abiturienten zu beobachten. Und so saßen wir nichts ahnend da und unterhielten uns, da grade auch niemand Interessantes da war, den man beobachten könnte. Doch dann hörte ich von hinten eine Stimme, die fragte: "Sagt mal, habt ihr denn eigentlich nie Untrricht?" Ich drehte mich um und erblickte IHN. Groß, schlank, etwas durchgeknallt aussehend und UNHEIMLICH anziehend. Er ist ja an sich nicht sonderlich hübsch, doch ich fand ihn einfach umwerfend. Das hat Katha und mir natürlich DAS Gesprächsthema schlechthin geliefert. Und seitdem hat mich mein unbekannter Adonis gegrüßt und angelächelt. Und WAS für ein Lächeln das war! Ich war nicht sonderlich selbstsicher, doch er hat es mir ziemlich einfach gemacht, da er sich nicht davor gescheut hat, sich mit mir abzugeben. Und immerhin war er 8 Jahre älter! Ich denke, du kannst dir vorstellen, wie leicht man in meinem damaligen Alter zu beeindrucken ist, so kam es, dass ich nur noch an ihn dachte. Ich war einfach nur hin und weg. Aber er nahm mich auch immer so lieb in den Arm und schaute mich mit seinen hypnotischen blauen Augen an. Oh Herr, diese Augen. Wenn ich jetzt die Augen zumache, sehe ich immernoch seinen Blick, wie er sanft und doch voller Feuer auf mir ruhte. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, fing mein Herz an zu klopfen. Ich schaffte es einfach nicht, den Blick von ihm abzuwenden - so schön war er. Er gesellte sich in den Pausen zu mir, grüßte mich und verbrache mit mir Freistunden. Und wenn er mich in den Arm nahm, blickte er mit seinen großen blauen Augen auf mich herab - wie Sterne leuchteten mir seine Augen entgegen. Seinen Blick werde ich nie vergessen - die Wärme, die er ausstrahlte. Seine Arme waren für mich der sicherste Ort. Und da wollte ich für immer bleiben. Ich habe mich in all meinen damaligen 13 Jahren noch nirgendwo so wohl gefühlt, wie bei ihm. Wie kann ich dieses Gefühl beschreiben? Denn immerhin waren es in all der Zeit nur ein paar Augenblicke, an denen ich seine Nähe genießen konnte. Doch diese Momente haben gereicht, um mir sein Gesicht unauslöschbar in mein Gedächtnis einzubrennen. Herr, was würde ich jetzt dafür geben, nur noch ein einziges Mal von ihm in den Arm genommen zu werden. So, wie damals. Ich weiß nicht, ob er es je gemerkt hat, wie sehr ich seine Nähe wollte.
Jeden Tag, an dem ich zur Schule ging, hatte ich nur einen eizigen Gedanken - ihn zu sehen. Ich zählte die Minuten, erwartete mit Sehnsucht den Moment des Wiedersehens, auch, wenn er nur flüchtig war. Doch es war mir egal, denn in dem Moment, wo ich ihn sah, erfüllte sich mein Tag mit der Wärme und Güte, die in seinen blauen Augen lag. Ein Meer waren sie, so weit, dass man sich darin verlieren konnte. Und das tat ich, von der Sekunde an, an der ich ihn das erste Mal sah, und doch jeden Tag aufs Neue. Jedes Mal, wenn er mich anschaute, war es, als würde ich schweben. Ich vergaß alles um mich herum, sogar das wilde, hitzige Pochen meines jungen Herzens. Ich war schwerelos, irgendwo weit weg von all den Sorgen, die sich langsam aber sicher in meinem Leben ausbreiteten. Immer, wenn ich in seine Augen blickte, wuchsen mir unsichtbare Flügel, die mich in mein Paradies hinauftrugen. Ich versuchte, soweit es mir möglich war, es mir nicht anmerken zu lassen, denn ich wollte meinen Engel nicht verscheuchen. Ich hatte Angst, er würde sich von mir distanzieren, wenn er die Wahrheit wüsste, die Wahrheit darüber, wie glücklich er mich machte mit seinem Lächeln. Es war das schönste Lächeln, was ich je gesehen hatte, alle Güte und Ruhe der Welt lagen darin. Freude, Sehnsucht, Unsterblichkeit.
Jetzt, wo ich mich an ihn zurückerinnere, an seine Art, an seine Augen und sein Lächeln, laufen mir Tränen über die Wangen. Das Gefühl, was mich gerade in diesem Moment erfüllt, ist dermaßen überwältigend, dass ich an nichts anderes mehr denken kann. Es verschlingt mich, lässt mich nicht los, zwingt mich, emotionale Achterbahn zu fahren. Ich bin wieder jenes kleine Mädchen, was sich in einen jungen Mann verguckt hat. Mit einem Male vergesse ich noch heute all das, was ich seit dem letzten Mal, an dem ich ihn gesehen habe, erlebt habe, wenn ich an ihn zurückdenke. Alles verliert an Bedeutung, alles ist nicht mehr meins, alles ist mit einer Anderen passiert - nicht mit mir. Denn ich bin immernoch dasselbe dumme Mädchen, was so viele Nächte schlaflos verbracht hat, weil ihr seine Augen nicht aus dem Kopf gingen. Ich kann meine Gefühle nicht zurückhalten, ich bin allein, niemand um mich herum weiß, was in mir vorgeht - heute wie damals. Niemand fragt, warum ich weine, niemand weiß von der Hölle, in der ich mich befinde, seit er nicht mehr da ist. Ja, eine Hölle ist es - ich bin wie gefangen in der Wirklichkeit, der grausamen, kalten Realität, dem Bewusstsein, dass ich ihn wahrscheinlich nie mehr wiedersehe.
Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie ich eines Tages zur Schule kam und ihn wie immer erwartete. Doch er kam nicht wieder - diesmal nicht. Die erste Zeit war mir gar nicht wirklich bewusst, dass er weg war. Jeden Morgen, wenn ich aus dem Haus ging, hatte ich nur einen Gedanken in meinem Kopf - die Frage, ob ich ihn an diesem Tag wiedersehen würde. Mein Herz tanzte in einem wilden Rhythmus und zerstreute all meine Sorgen und Nöte, denn ganz gleich, wie viele Tage verstrichen waren - ich hatte stets die Hoffnung, er würde wieder dort auf dem Schulhof stehen und rauchen. Doch Tage wurden zu Wochen, zu Monaten und er kam einfach nicht wieder. Und irgendwann schlich sich der grausamste Verdacht in mein Herz ein, der Verdacht, ich hätte ihn für immer verloren.
Das ist nun 4 Jahre her.
Wie kann ich beschreiben, was in dieser Zeit mit mir vorgegangen ist? Das Wort "Abyssus" könnte meinen damaligen Zustand recht gut widergeben, ein schwarzer Abgrund, der mich umgab. Und ich war auswegslos darin gefangen. Ich wachte jeden Morgen auf und stürzte mich in den eiskalten Alltag, überspielte meine Gefühle mit bedeutungslosen Mienen und einem leeren Lächeln. Niemand würde mich verstehen, niemand könnte nachvollziehen, wie es in mir aussah. Darum setzte ich immer wieder von Neuem dieses fröhliche Gesicht auf, eine Maske, die alles verbergen konnte. Das änderte vielleicht mein Umfeld und ließ meine Mitmenschen in dem Glauben, ich sei glücklich, doch der Preis, den ich dafür zahlen musste, war zu hoch. In meinem Inneren tobte ein Krieg, ein kraftraubender Kampf darum, noch stehen zu können, nicht zu Boden zu gehen unter der Last, die ich trug. Ich war wie ein Tier, das man in einen Käfig gesperrt hatte und von dem man erwartete, es würde die erwartungsvolle Menge vor ihm mit Kunststücken ins Staunen versetzen. Und ich gab mir jeden verdammten Tag solch eine Mühe, die perfekte Vorzeigetochter zu sein. Doch stattdessen wurde mir immer wieder bewusst, dass ich den Erwartungen, die an mich gestellt wurden, nie gerecht werden konnte, denn die Erinnerung an ihn schmerzte zu sehr, als dass ich es aushalten könnte. Mit Sehnsucht erwartete ich die Nacht, die zu meinem besten Feund geworden war, denn ihr konnte ich mich öffen. Der schwarze Himmel vor meinem Fenster wurde zum Zeugen meiner zahllosen Tränen, welche ich tagsüber so verzweifelt versucht hatte zu verbergen. Nichts ließ sich mit jener Einsamkeit vergleichen, die mich überkam, wenn ich in die Gesichter all jener blickte, die mein Spiel für Wahrheit hielten. Endlos, erbittert war der Abgrund, der mich nicht mehr losließ. Aber habe ich das denn je gewollt? Denn obschon der Schmerz der Trennung von ihm mich langsam aber sicher von innen zerfraß, war dieses Gefühl das Eizige, was mir von ihm blieb. Es war in dem Gewirr von gespielten Gefühlen, das mich Tag für Tag umgab, das einzig Wahre, woran ich mich festhalten konnte. Ohne das Leid, was ich ertrug, wäre ich versucht zu glauben, er sei ein Engel gewesen, der vom Himmel herabgestiegen war, um mich in einem süßen Traum zu besuchen und dann wieder in den Himmel zurückzukehren. Zu überwältigend war das Herzpochen, welches mich bei jeder Erinnerung an ihn heimsuchte, zu traumhaft, als dass es hätte Realität sein können. Und wäre das wirklich nur ein Traum gewesen, hätte ich nie aufzuwachen gewollt. Tatsächlich war mein Leben wie ein Traum, denn ich hatte aufgehört, die vergangene Zeit zu beachten, sondern wartete nur noch auf die Nacht, um mich meiner Sehnsucht nach ihm nachzuhängen und letztendlich unter Tränen einzuschlafen. Und ganz gleich, was ich auch tat, ganz gleich, wo ich war - er begleitete mich immer in meinen Gedanken. Ich verbrachte meine Tage damit, davon zu phantasieren, wie es wäre, wenn er gerade in diesem oder jenem Moment bei mir wäre. Während ich dabei war, meinen niederschmetternden Alltag zu bewältigen, stellte ich mir insgeheim vor, er sei bei mir. Ich wollte für ihn da sein, ihn in meine Arme schließen und nie wieder loslassen. Und wo andere Menschen meines Alters dabei waren, das Dasein eines Teenagers mit all dessen Freiheiten und Möglichkeiten auszukosten, lebte ich nur auf den einen Moment hin, an dem ich vielleicht die Möglichkeit bekäme, mich noch einmal von seinen blauen Augen mitreißen zu lassen. Das Leben zog an mir vorbei, streifte mich nur hin und wieder, um mir zu zeigen, dass ich nicht dazugehörte und hinterließ blutende Wunden in meiner Seele und auf meiner Haut. Doch all das hatte keine Bedeutung, denn mein einziger Wunsch war es, ihm eines Tages sagen zu können, was in mir vorging, wie wichtig er mir war. Und auch wenn es für mich kaum erträglich war, ihn nicht bei mir zu haben, so schwor ich mir, auf ihn zu warten. Ich träumte von einem Leben mit ihm, dem Mann, den ich nie vergessen würde.
Dies war der Traum einer 14-Jährigen.

So kam es, dass Jahre verstrichen. Doch ich wartete noch immer. Und selbst wenn die Zeit grausame Veränderungen am meinem Leben vornahm, so hatte ich doch diesen meinen Traum nicht aufgeben wollen. Verzweifelt klammerte ich mich daran, um nicht verloren zu gehen. Allmälig wurde mir bewusst, dass meine Nähe zu ihn wahrscheinlich niemals über den Traum hinwegreichen würde, doch ich bewahrte mir diesen letzten Tropfen Hoffnung in mir. Eines Tages, sagte ich mir, eines Tages werde ich wieder in seine Augen blicken dürfen - und sei es nur, um ihm alles zu gestehen. Danach würde ich alles hinnehmen, auch, wenn das bedeuten würde, ihn für immer loszulassen. Ich fragte mich oft, warum ich denn auch nach 4 Jahren immernoch dasselbe für ihn fühlte, wie am ersten Tag. Ich fand nie eine Antwort. Das Einzige, wessen ich mir sicher war, war, dass ich nie aufhören würde, an ihn zu denken.
Ich ließ andere Menschen an meiner Seite zu und betete dabei um nur einen einzigen Augenblick mit ihm - nur noch einen einzigen.
Damals glaubte ich, meine Gebete würden sich in der Leere des Universums verlieren. Heute weiß ich, dass sie erhört wurden.

Ich ging verwinkelte Pfade, ließ einen steinigen Weg hinter mir zurück und bin nun doch wieder am Anfang meiner wundersamen Reise angekommen. Das hatte ich in dem Moment verstanden, an dem ich seine Stimme am anderen Ende der Leitung hörte. Und mit einem Mal kamen all die Gefühle, die ich über so lange Zeit verbergen und überspielen musste, wieder. Sie schlugen wie ein Blitz ein und verwandelten mich wieder in jenes kleine Mädchen, dem jahrelang nichts Anderes blieb, als zu träumen. Doch diesmal war es kein Traum, diesmal war es tatsächlich seine Stimme, der süße Klang, den ich in all den Jahren so sehr vermisst hatte. Mein Herz fing wieder an zu pochen und überschwemmte mich mit Tausend Gefühlen, die sich zu einem Sturm in meiner Brust vereinigten. Mit einem Mal wurde mir wieder klar, wie sehr er mir gefehlt hat. Ich kann keine Worte finden zu erklären, wie sehr ich mich darüber freute. Ich war einfach nur überwältigt. Dieser eine Moment, an dem ich seine Stimme wieder hörte, trug mich zum Himmel empor, erfüllte mich mit Leben und erinnerte mich wieder daran, wie es früher war. Plötzlich wusste ich wieder, was ich so sehr wollte und worum ich all die Zeit gekämpft hatte. Wahrscheinlich ist es nicht vernünftig, doch es ist mir einerlei. Und wäre dieses eine Telephonat, dieser eine Blick auf seine Photographie der Todesstoß für mich, so würde ich mich noch ein letztes Mal dem Traum von ihm hingeben, bis ich verblute.
Ich weiß nicht, wie ich es erklären kann, ich weiß nur, dass er mir so viel bedeutet, wie mir noch niemand bedeutet hat. Und all die Zeit, die ich auf ihn wartend verbracht hatte, spielt auf einmal keine Rolle mehr, denn mein sehnlichster Wunsch, ihn wiederzusehen, ist in Erfüllung gegangen. Auch, wenn ich ihn nicht in meine Arme schließen konnte. Ob ich mir mehr wünsche? Natürlich wünsche ich mir mehr, so viel mehr. Doch ich weiß nicht, ob ich auch das Recht darauf habe.
Vor meinem Fenster fällt der Regen und ich falle mit ihm. Ich falle wieder in die bodenlose Sehnsucht nach ihm.

Was die Zukunft mir bringt, steht noch in den Wolken geschrieben. Doch ich gebe nicht auf - nicht ihn. Ich werde weiterhin beten, es möge eines Tages der Moment kommen, an dem ich ihn mein nennen kann.




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