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Donnerstag, 22.Mai - 51,9kg


Na wundervoll. Ein halbes Kilo zugenommen, nur weil ich mich gestern nicht vor diesen Butterkeksen und der Schokolade retten konnte. Nein - ich konnte, aber ich wollte offenbar nicht. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Ohrfeigen könnte ich mich dafür, beschimpfen mit allen Ausdrücken dieser Welt. Nun gut - Mist gebaut, jetzt muss ich dafür stramm stehen.

...

Ich wertloses, grässliches, widerliches Stück Dreck. Von wegen übers Wochenende die Kekse wegarbeiten. Da kommt man beim Abnehmen natürlich gleich viel weiter, wenn man sich den ganzen Tag über Kuchen und noch mehr Kekse reinstopft! Da bringts auch nichts, meine Mutter, die so unschuldig ins Zimmer kam und sagte, sie habe Marmorkuchen gekauft, zu beschuldigen. Schließlich war es alles einzig und allein meine Schuld. Ich hätte ihn mir nicht nehmen dürfen. Noch eine Scheibe. Und noch eine. Endlos. Immer tiefer in den Hass auf sich selbst. Aber trocken war er - da musste man sich natürlich noch einen Kakao mischen. Schlampe. Fettstück. Und so ging es weiter, mein Bauch wurde immer runder und die Anzeige der Waage stieg mit jedem Bissen.
Schlaflosigkeit. Depression. Voller Bauch. Mehr Depression. Frust. Und ich nahm mir nach. Es kam nicht an im Magen - dazu war meine Verzweiflung zu
groß. Ich nahm mein Sättigungsgefühl nicht wahr, ich verschlang gierig Hunderte von Kalorien. Das Einzige, was mich zurückhielt, alles leerzuräumen, war meine Furcht, dass meine Mutter schimpfen würde, wenn ich
ihr alles wegfresse. Dann schaute ich in den Spiegel, doch alles, was ich sah waren ein Sack als Bauch und ein Kontinent als Hintern. Wie sehr kann man sich hassen? Borderline gab mir darauf vor 6 Jahren eine Antwort und die Narben an meinen Armen sind Zeugen davon. Ein tiefer See sind die Erinnerungen. Ich will nicht daran denken. Nicht jetzt. Schlafen gehen. Ja. Fliehen, mich im Wunderland verstecken. Keine Schmerzen mehr.

...

Immernoch wach. Selbsthass. Abscheu. Ein tränenüberströmtes Gesicht. Seit über einem halben Jahr nicht mehr die Klinge angefasst. Doch nun sah ich keinen Sinn mehr darin, mich zurückzuhalten. Ich bin immernoch krank. Doch ich will es nicht ändern. Es ist mein Weg zur Wahrheit. Der Weg, den ich gehen will. Ich will bluten. So nahm ich die Klinge in die Hand und führte sie 5 Mal über meine Haut. Wie tief man wohl gehen kann? Mir wurde warm. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Doch ich wollte es nicht herausfordern. Ich will nicht steben. Nicht mehr. Ich bin noch hier. Und ich liebe mein Leben und das, was ich bin. Wäre ich nur nicht so schwach.
Was hilft mir also jetzt noch? Sport. Ja. Es war 3 Uhr in der Nacht. Aber ich konnte ohnehin nicht schlafen.
Und morgen würde alles besser sein. Es heißt, es sei nicht schlimm, wenn man hinfällt solange man wieder   aufsteht.
Doch ich falle bereits seit einem Dreivierteljahr hin - jede Woche aufs Neue. Und ich stehe auf - nur um wieder hinzufallen. Doch morgen würde ich es erneut versuchen, diese verfluchten 10 Kilo abzunehmen. Und es klappt. Ganz bestimmt.


Und das bin ich während meiner Fressorgie,
Gewicht: 54,1kg


23.5.08 16:59
 



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